Drogenberatungsstelle Düren * Tel. 02421 10001
    
   








  


Absurdes im Coffeeshop
Tabak nein, Haschisch ja


Tabak ist in niederländischen Coffeeshops ab sofort tabu, stattdessen darf nach Herzenslust weiterhin Haschisch geraucht werden. "Tabak geht nicht mehr, Haschisch schon noch, weil das nicht unters Tabakgesetz fällt", sagte ein Sprecher der Polizei Maastricht zum neuen Rauchverbot.
 
So werden voraussichtlich Wasserpfeifen und sogenannten Vaporizer, die Cannabis verdampfen lassen, immer häufiger in den Coffeeshops zu finden sein. Der Polizeisprecher erwarte allerdings nicht, dass die neue Regelung Auswirkungen auf die Zahl der deutschen Drogentouristen haben werde: "Die kommen ja fürs Haschisch, und da ändert sich nichts."
 
Abgetrennte Räume
 
Zum Schutz der Nichtraucher gilt in den Niederlanden seit dem 1. Juli dieselbe Regelung wie in Deutschland: Geraucht werden darf in Gaststätten nur noch in abgetrennten Räumen. Da es sich bei den Coffeeshops meist um kleinere Lokale handelt, ist eine solche Aufteilung nur in den seltensten Fällen möglich. Dadurch ergibt sich die Kuriosität, dass man dort zwar Haschisch rauchen darf, aber keinen Tabak. In den Niederlanden wird der Handel mit kleinen Mengen Haschisch und Marihuana nicht verfolgt.
 
Beobachter gehen jedoch davon aus, dass langfristig der Tabakkonsum in den Coffeeshops geduldet wird, da eine praktische Umsetzung unmöglich erscheint.


(Quelle DPA)





Nun auch Rheinland-Pfalz
Gericht kippt Rauchverbot


Das rheinland-pfälzische Rauchverbot in Ein-Raum-Kneipen verstößt gegen die Landesverfassung. Das entschied der Verfassungsgerichtshof in Koblenz. Das Rauchverbot belaste die Betreiber kleiner Kneipen mit getränkegeprägtem Angebot in unzumutbarer Weise, erklärten die Richter.
 
Sie gaben mehreren Gastwirten Recht, die Verfassungsbeschwerden eingereicht hatten, weil sie sich in ihrer Existenz bedroht sahen. Grundsätzlich bleibt das Rauchen in Gaststätten verboten. Wie einige andere Bundesländer auch muss Rheinland-Pfalz aber sein Nichtraucherschutzgesetz neu regeln (Az.: VGH B 31/07, VGH B 2/08, VGH B3/08 und andere).
 
Laut Urteil verletzt das Gesetz Betreiber von Ein-Raum-Kneipen in ihrem Recht auf freie Berufsausübung und in ihrer Freiheit zur selbstständigen wirtschaftlichen Betätigung. Zudem büßten kleine Kneipen erheblich an Attraktivität ein. Die Betreiber könnten keinen separaten Raucherraum einrichten, obwohl viele Gäste Raucher seien.
 
Neuregelung bis Ende 2009

Daher sei mit "deutlichen, existenzgefährdenden" Umsatzrückgängen zu rechnen. Das Mitte Februar in Kraft getretene rheinland-pfälzische Nichtraucherschutzgesetz beinhaltet ein generelles Rauchverbot. Jedoch sollte das Rauchen in Gaststätten in abgetrennten Räumen möglich sein.
 
Rheinland-Pfalz muss das Nichtraucherschutzgesetz nun bis Ende 2009 neu regeln. Werde das Rauchen weiterhin in abgetrennten Nebenräumen erlaubt, komme für die getränkegeprägte Gastronomie in kleinen Ein-Raum-Gaststätten nur die Freistellung vom Rauchverbot in Betracht, erklärten die Richter.
 
Am 30. Juli hatte das Bundesverfassungsgericht das Rauchverbot in kleinen Kneipen in Baden-Württemberg und Berlin gekippt. Danach hatten mehrere Bundesländer angekündigt, die Rauchverbote in kleinen Gaststätten aufzuheben oder zumindest nicht mehr durchsetzen zu wollen. Bemühungen für eine bundesweite Regelung zum Rauchverbot scheiterten bislang.

Zahlen und Fakten Rund ums Rauchen



Tabak ist die häufigste vermeidbare Todesursache. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stirbt alle sechs Sekunden ein Mensch an den Folgen des Rauchens. Weitere Zahlen und Fakten rund ums Rauchen:
 
RAUCHER: In Deutschland raucht rund ein Drittel der Erwachsenen. Das sind etwa 16 Millionen Menschen. Unter Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren greift fast jeder Fünfte zur Zigarette. Für eine Schachtel mit 17 Stück zahlen die Verbraucher etwa vier Euro.
 
TABAKRAUCH: Beim Verbrennen einer Zigarette entstehen mehr als 4800 chemische Stoffe. Etliche davon sind hochgradig giftig und krebserregend. Neben Nikotin, Teer und Kohlenmonoxid entstehen unter anderem Benzol, Arsen und Polonium. Für Nikotin liegt der gesetzliche Grenzwert im Rauch einer Zigarette bei einem Milligramm, für Teer und Kohlenmonoxid bei zehn Milligramm.
 
GESUNDHEITSFOLGEN: Wegen ihres Tabakkonsums sterben bundesweit jährlich etwa 140.000 Menschen vorzeitig. Zu den häufigsten Folgen des Rauchens gehören Krebs (besonders Lungenkrebs), Kreislauf- und Atemwegserkrankungen sowie Magengeschwüre. Durch Passivrauchen kommen jährlich rund 3300 Menschen ums Leben.
 
VOLKSWIRTSCHAFTLICHE KOSTEN: Die Kosten des Rauchens für die Gesellschaft werden von der Bundesregierung auf 18,8 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Darunter fallen Ausgaben für ambulante und stationäre Behandlung, Arzneimittel, Produktivitätseinbußen sowie Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit.
 
ZIGARETTENABSATZ: Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 91,5 Milliarden versteuerte Zigaretten verkauft. Seit 2002 ist der Absatz um mehr als ein Drittel eingebrochen. Schätzungen zufolge ist allerdings jede fünfte gerauchte Zigarette geschmuggelt.
 
STEUER: Der Bund kassierte 2007 mehr als 14 Milliarden Euro an Tabaksteuer. Das war knapp ein Prozent weniger als im Vorjahr. Vom Preis einer Zigarette von derzeit etwa 23,5 Cent entfallen 76 Prozent auf Tabak- und Mehrwertsteuer.


(Quelle DPA)





EU-weite Drogenstudie
13 Millionen Europäer kiffen

Mehr als 13 Millionen Europäer haben laut einer EU-Studie im vergangenen Monat Cannabis konsumiert. Schätzungsweise jeder fünfte europäische Erwachsene habe die Droge zumindest einmal in seinem Leben probiert, heißt es in einem zum Internationalen Tag gegen Drogenmissbrauch in Paris veröffentlichten Bericht der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD).
 
In Deutschland konsumierten etwa 600.000 junge Menschen Cannabis in gesundheitsschädlicher Weise, teilte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing, in Berlin mit. Die Zahl der Abhängigen steige. "Die Folge des Cannabiskonsums sind gesundheitliche, psychische und soziale Beeinträchtigungen. Die Droge beginnt, das Leben der betroffenen Jugendlichen zu kontrollieren", warnte Bätzing.
 
Häuslicher Anbau nimmt zu
 
Der EBDD-Studie zufolge stammen 80 Prozent des in Europa sichergestellten Haschischs aus Marokko. Der Schmuggel der Droge aus Thailand, Afghanistan und Pakistan sowie aus einigen zentralasiatischen Staaten und ehemaligen Sowjetrepubliken nehme jedoch zu. Allerdings habe der häusliche Anbau von Cannabis in Europa innerhalb des vergangenen Jahrzehnts den Markt in Europa verändert, heißt es in der 700-seitigen EU-Studie. In Großbritannien mache das im Inland angebaute Haschisch bereits die Hälfte des Angebots aus.
 
Auch in Deutschland werde Cannabis zunehmend in Freiluft-Großplantagen sowie in häuslichen Profianlagen hergestellt, teilte Bätzing mit. Demnach wurden im vergangenen Jahr 82 Plantagen im Freien sowie 326 in Gebäuden versteckte Groß- und Kleinplantagen aufgespürt. Laut Bundeskriminalamt wurde der größte Teil des 2007 nach Deutschland geschmuggelten Cannabis über die Niederlande eingeschmuggelt.
 
Kiffer-Paradies Niederlande
 
Die Preise für ein Gramm Haschisch schwanken laut EU-Studie innerhalb Europas von 1,40 Euro in Spanien bis 21,50 Euro in Norwegen. Auch die Gesetzeslage ist demnach in den EU-Ländern unterschiedlich und reicht von Straffreiheit bis zu harten Strafen für Besitz und Konsum von Haschisch. Die lange aufgrund ihrer zahlreichen Coffee-Shops als Kiffer-Paradies geltenden Niederlande verschärfen derzeit ihre bislang liberalen Gesetze.
 
Weltweit konsumieren laut Bätzing 162 Millionen Menschen Cannabis. 35 Millionen greifen zu Amphetaminen und anderen Aufputschmitteln wie Ecstasy, 16 Millionen nehmen Opiate und 13 Millionen Kokain.
 
Opium-Rekordernte in Afghanistan
 
Ein starker Anstieg beim Anbau von Opium und Koka sowie zunehmender Drogenmissbrauch in Entwicklungsländern drohen die Erfolge bei der weltweiten Drogenbekämpfung zunichtezumachen. Zu diesem Schluss kommt der Weltdrogenbericht 2008 des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC), der in New York vorgelegt wurde.
 
Nach Angaben von UNODC-Direktor Antonio Maria Costa haben Drogenlieferungen aus Afghanistan und Kolumbien in jüngster Zeit stark zugenommen. Sie könnten aufgrund niedrigerer Preise und der größeren Reinheit der Drogen die Abhängigkeitsrate in die Höhe treiben. Afghanistan hatte dem Report zufolge 2007 eine Rekordernte bei Opium, durch die sich die weltweite illegale Opiumproduktion innerhalb von zwei Jahren fast verdoppelte


(Quelle DPA)




Täglich ist zuviel
Hasch schrumpft Hirn


Tägliches Marihuana-Rauchen lässt das Gehirn schrumpfen. Zu diesem Ergebnis kamen Forscher an der Universität von Melbourne in Australien. Sie hatten 15 Männer, die mindestens fünf Joints am Tag rauchten, über 20 Jahre beobachtet und ihr Gehirn regelmäßig gemessen.
 
Der für das Gedächtnis wichtige Hippocampus war bei ihnen nach 20 Jahren um zwölf Prozent kleiner als bei einer Kontrollgruppe, die kein Marihuana geraucht hatte. Der Mandelkern, der Emotionen verarbeitet, war in der Rauchergruppe sieben Prozent kleiner. Auch bei einem Gedächtnistest schnitten die Marihuana-Kosumenten wesentlich schlechter ab als die Kontrollgruppe.
 
"Das zeigt, dass täglicher schwerer Marihuana-Konsum tatsächlich giftig für das menschliche Gehirn sein kann", sagte der Neuropsychologe Murat Yucel "Herald Sun". Die Studie ist in der Fachzeitschrift "Archives of General Psychiatry" der American Medical Association veröffentlicht.


(Quelle DPA)




Erschreckende Bilanz
Immer mehr Komasaufen


Immer mehr Jugendliche betrinken sich bis zum Umfallen. Die Zahl der Krankenhauseinweisungen von Zehn- bis 20-Jährigen wegen Alkoholmissbrauchs habe sich seit dem Jahr 2000 auf 19.500 Fälle verdoppelt, sagte die Drogenbeauftragte Sabine Bätzing bei der Vorstellung des Drogen- und Suchtberichts 2008. Sie will nun unter anderem die Wirtschaft bewegen, Alkoholwerbung einer strengeren Selbstkontrolle zu unterwerfen.
 
Aktuelle Untersuchungen zeigten, dass Kinder und Jugendliche seit einigen Jahren mehr Alkohol trinken, sagte Bätzing. Waren es bei den 12- bis 17-jährigen 2005 noch 34 Gramm reinen Alkohols pro Woche, so lag die Menge 2007 ihren Worten zufolge bei 50 Gramm. 2005 sagten noch 20 Prozent der Jugendlichen, sie hätten schon einmal fünf oder mehr alkoholische Getränke hintereinander getrunken, 2007 waren es schon 26 Prozent.
 
"Fakt ist, dass das 'Koma-Saufen', das sogenannte 'Binge-Drinking' zugenommen hat", sagte Sabine Bätzing. Dass die stationär eingewiesenen Alkoholvergiftungen auf 20.000 Fälle pro Jahr gestiegen seien, seien Zahlen, "die machen uns Sorge."
 
Sucht kein Randproblem
 
Insgesamt zeigten die Zahlen des Drogenberichts, dass Sucht keineswegs ein Randproblem der Gesellschaft sei: ein Drittel der Erwachsenen rauche, 9,5 Millionen konsumierten Alkohol in riskanter Weise, 1,3 Millionen seien alkoholabhängig, 1,4 Millionen medikamentenabhängig. Außerdem missbrauchten etwa 600.000 junge Leute Cannabis oder seien davon abhängig, 200.000 weitere nähmen Opiate, Kokain, Amphetamin oder Halluzinogene.
 
Bei der Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit illegalen Drogen gibt es Bätzing zufolge eine negative Wende: 2007 starben 1.394 Menschen an den Folgen ihrer Drogensucht, 7,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. "Wir vermuten auf der einen Seite die stärkere Vereinsamung – gerade der Abhängigen, die doch sehr viel von ihrem sozialen Umfeld verlieren und oftmals ganz alleine in den Wohnungen oder eben auch obdachlos sind", sagte Bätzing. "Und auf der anderen Seite das gestiegene Lebensalter der Abhängigen. Wenn ein 40-Jähriger drogenabhängig ist, da können Sie auf das Lebensalter noch einmal zehn Jahre draufrechnen. Er ist einfach körperlich und seelisch viel stärker belastet."

(Quelle DPA)



Modellprojekt auf Prüfstand
Plädoyer für Heroin-Abgabe

In Frankfurt am Main beraten sieben Städte des Modellprojekts zur staatlichen Heroinabgabe über die Zukunft des Versuchs. Neben Experten aus Hamburg, Hannover, Bonn, Köln, Frankfurt, Karlsruhe und München will auch die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), teilnehmen.
 
Für die Fortsetzung der 2002 gestarteten kontrollierten Heroinabgabe wäre die Zulassung des synthetischen Heroins (Diamorphin) als Medikament erforderlich, was von der CDU/CSU- Bundestagsfraktion im Herbst verhindert worden war. Frankfurt hat zudem beantragt, die bis zur Jahresmitte geltende Ausnahmeregelung um drei Jahre zu verlängern. Bundesweit erhalten noch rund 300 Süchtige Heroin vom Staat.
 
Abhängige in Lebensgefahr
 
Ein Ende der staatlichen Heroinabgabe hätte nach Ansicht des Leiters des bundesweiten Modellprojekts, Christian Haasen, schwerwiegende Konsequenzen. "Die Süchtigen würden dann in ihre alten Muster zurückfallen, was massive gesundheitliche Verschlechterungen und im schlimmsten Fall Lebensgefahr bedeuten kann", sagte der Mediziner vom Hamburger Zentrums für Interdisziplinäre Suchtforschung in einem dpa-Gespräch. Das Projekt mache sich langfristig auch für Krankenkassen und Kommunen bezahlt. "Durch die kostenlose und saubere Heroinabgabe werden Krankheiten wie HIV oder Hepatitis verhindert und die Beschaffungskriminalität verringert".
 
Haasen ist der Ansicht, dass eine Resozialisierung einem Entzug vorausgehen sollte. "Das entscheidende Problem ist nicht die Sucht, sondern sind die gesundheitlichen und sozialen Missstände", erklärte er. "Heroin ist, wenn es kontrolliert eingenommen wird, weniger schädlich als Alkohol." Dank des Projekts könnten die Probanden ihr Leben neu sortieren, statt den ganzen Tag auf die Drogen-Beschaffung auszurichten. So seien zu Beginn der Behandlung 90 Prozent der Teilnehmer arbeitslos gewesen. Inzwischen habe jeder Zweite eine feste Stelle.


(Quelle DPA)




Sachsen-Anhalt prescht vor
Bald absolutes Alkoholverbot?


Für ein absolutes Alkohol-Verbot im Straßenverkehr hat sich Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Hövelmann (SPD) ausgesprochen. Die Null-Promille-Regelung müsse für alle Altersgruppen eingeführt werden, nicht nur für Fahranfänger, sagte er der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Magdeburg. "Da bin ich sehr rabiat in meiner Einstellung. Alkohol hat im Straßenverkehr absolut nichts zu suchen."
 
Die Folgen seien einfach "zu schlimm", sagte Hövelmann mit Blick auf den hohen Prozentsatz der durch Alkohol am Steuer verursachten Unfälle. "Vernunft muss vor Genuss gehen."
 
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gingen im Jahr 2005 elf Prozent aller Verkehrstoten auf Alkoholunfälle zurück. In Sachsen-Anhalt war Alkohol am Steuer im ersten Halbjahr 2006 in 781 Fällen der Hauptgrund für einen Zusammenstoß


(Quelle DPA)





Gesetztesänderung in Vorbereitung
EU will künftig auch vor Wein und Bier warnen


Brüssel. «Alkohol ist schädlich und gefährdet Ihre Gesundheit!» Solche Aufkleber könnten schon in absehbarer Zeit auf allen Bier-, Wein- oder sonstigen Flaschen mit alkoholischen Getränken warnen. Die EU-Kommission bereitet derzeit eine entsprechende Verpflichtung für alle 25 Mitgliedsstaaten vor, nachdem eine von Brüssel in Auftrag gegebene Studie entsprechende Empfehlungen ergeben hatte. Der Bericht «Alkohol in Europa» des Londoner Instituts für Alkohol-Studien listet in allen Einzelheiten die Probleme auf. Zentrale Aussage: Nirgendwo auf der Welt wird mehr getrunken als in der EU. Aus der Studie geht hervor, dass der übermäßige Alkoholgenuss vor allem unter Jugendlichen seit den 90er Jahren kontinuierlich angestiegen ist.

10 Prozent der Todesfälle bei jungen Frauen und 25 Prozent der Todesfälle bei jungen Männern seien auf Alkohol zurückzuführen.

Die krankheitsbedingten Folgekosten für die Gesellschaft beliefen sich 2003 auf 1,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts eines jeden Mitgliedsstaates - das ist ebenso viel wie durch Tabakkonsum. In dieser Summe sind die Ausgaben der Krankenversicherer für gesundheitliche Probleme, Produktivitätsverlust durch Fehltage am Arbeitsplatz, Arbeitslosigkeit sowie kürzere Arbeitsleben durch frühzeitigen Tod zusammengefasst.

Die britischen Experten raten deshalb dazu, dass alkoholische Getränke mit Warnhinweisen versehen werden. Außerdem sollten die Verpackungs- und Kennzeichnungsvorschriften verschärft werden, um zu vermeiden, dass den Kunden ein falsches Bild der Produktmerkmale vermittelt wird und sie eine zu große Anziehungskraft auf Minderjährige ausüben.

Das Europäische Forum «Verantwortliches Trinken», ein Bündnis der Alkoholindustrie, stellt die Studie erheblich in Frage. Sie basiere hauptsächlich auf angelsächsischen Erkenntnissen, die zum Beispiel mit den südländischen Trinkgewohnheiten nicht vergleichbar seien.

Die Wirksamkeit von Warnhinweisen darf als begrenzt eingeschätzt werden. Zwar fehlen bis heute verlässliche Studien über die Wirkung, die die Einführung der Warnungen auf Zigarettenschachteln gebracht hat. Aber die wenigen Erhebungen sind deutlich.

Bei einer Umfrage für den «Spiegel» gab die Mehrheit der befragten Bundesbürger 2003 an, sie störe sich nicht an den Warnhinweisen. Nur vier Prozent meinten, sie seien «verunsichert». In den Niederlanden stieg der Tabakkonsum seit Einführung der Hinweise im Jahre 2003 sogar noch weiter an.


(Quelle DPA)



Wissenschaftler entschlüsseln

Übermäßiger Alkoholkonsum liegt auch an Genen

Der übermäßige Konsum von Alkohol kann nach Erkenntnissen von
Wissenschaftlern auch an den Genen liegen. Betroffene Menschen mit
bestimmten Genveränderungen tränken mehr und häufiger, berichteten
Wissenschaftler des Nationalen Genomforschungsnetzes in
Bonn. Sie entschlüsselten zwei Gen-Varianten, durch die Trinkgewohnheiten
beeinflusst werden. Betroffene betränken sich im Schnitt doppelt so häufig
wie andere Menschen und tränken bei jedem Anlass auch wesentlich mehr.


(Quelle DPA)





Tückische Gefühle
Energy-Drinks überdecken Alk


Energy-Drinks "kaschieren" den Alkoholrausch und können so zu einer riskanten Selbstüberschätzung führen. Dies berichtet die Zeitung "Ärztliche Praxis" unter Berufung auf eine Studie mit jugendlichen Versuchspersonen an der Federal University of São Paulo in Brasilien.
 
Wer die koffeinhaltigen Getränke zusammen mit Alkohol zu sich nimmt, fühlt sich demnach häufig fröhlicher und nüchterner als nach alleinigem Alkoholkonsum. Die Kombination beider Getränke steigerte in der Wahrnehmung der Jugendlichen die Koordinationsfähigkeit und vertrieb alkoholbedingte Symptome wie Kopfschmerzen oder Schwächegefühl. Objektiv seien die Jugendlichen aber betrunken, so die Forscher. Dies könne vor allem dann gefährlich werden, wenn der Betroffene glaubt, noch Auto fahren zu können.


(Quelle DPA)



  www.spz.deback top